The stories we tell, consume and share have the potential to shape who we are and what we become.

Mit mehr als 3,2 Milliarden Nutzern, Tendenz steigend, haben sich sozialen Medien aufgrund ihrer Reichweite zu den weltweit einflussreichsten Storytelling-Plattformen entwickelt. Die Storys, die wir – in welcher Form auch immer – in den sozialen Medien veröffentlichen, können theoretisch mehr als 60 % der Menschen auf diesem Planeten erreichen und beeinflussen.

Individuen, die Fotos und Videos auf Instagram veröffentlichen, Filmemacher, die über Facebook live mit Fans kommunizieren, Journalisten, die Nachrichten schreiben, Markenbotschafter, die versuchen, das Verbraucherverhalten zu beeinflussen, oder eine digitale Plattform, die Algorithmen verwendet, um zu bestimmen, welche Inhalte welche Zielgruppen erreichen sollen – wir alle müssen uns einer neuen Realität stellen.

Die Storys, die wir posten, erzählen und teilen, können Menschen berühren, inspirieren und bilden, aber auch tief verunsichern, beunruhigen und entfremden. Sie haben letztendlich einen großen Einfluss auf die Welt und auf die Menschen, die sich mit diesen Inhalten befassen. Und dieser Einfluss geht mit Verantwortung einher.
In den letzten Jahren ist der Einfluss nicht nur gewachsen, sondern hat Dimensionen angenommen, die uns zwingen, die damit verbundene Verantwortung wahrzunehmen. Unsere Storys können das Denken und Handeln von Menschen verändern, und es ist unsere Aufgabe, diesen Einfluss für das Gemeinwohl zu nutzen.

A shift toward the positive (which is good for business)

Es gibt einen Grund dafür, dass Facebook seinen Algorithmus überarbeitet hat, dass Google und Apple sich auf „Digital Wellbeing“ konzentrieren, dass jede Plattform sich damit auseinandersetzt, wie man zwischen wahren und falschen Inhalten unterscheiden kann. Nicht nur aus altruistischen Gründen – sondern weil es gut fürs Geschäft ist.
Die Anzahl der Facebook-Nutzer zwischen 12 und 17 Jahren sank im Jahr 2017 um fast 10 Prozent. Ein wichtiger Grund ist, dass immer mehr Jugendliche der Meinung sind, dass soziale Medien „hauptsächlich negative“ Auswirkungen auf sie haben. Damit die sozialen Netzwerke nicht an eine Wachstumsgrenze stoßen oder einen Rückgang erleben, müssen sie zukünftig einen größeren Mehrwert bieten.
Laut Mark Zuckerberg sähe sich Facebook dazu verpflichtet, „sicherzustellen, dass unsere Dienstleistungen nicht nur Spaß machen, sondern auch gut für das Wohlbefinden der Menschen und für die Gesellschaft sind“. Deshalb werden Unternehmen, Online-Marketer und Individuen größere Reichweiten erzielen, wenn sie mit ihren Inhalten wertvolle Interaktionen, sogenannte „meaningful interactions“, anregen und Aktivitäten fördern, die über bloßes Scrollen hinausgehen. Und damit, so glaubt Facebook, sei das Wohl der Nutzer insgesamt besser geschützt.

A shift away from the negative

Fühlen wir uns immer schlechter, je mehr Zeit wir mit sozialen Medien verbringen? Nutzer werden mit Fake News und alternativen Wahrheiten überschwemmt, die sich laut einer Studie des MIT „mit größerer Reichweite, schneller, tiefer und über weitere Teile des Netzwerks in allen Informationskategorien verbreiten als die Wahrheit“. Auch Hassreden werden von Nutzern hemmungslos in sozialen Netzwerken auf der ganzen Welt verbreitet, von den Vereinigten Staaten bis nach Myanmar.
Wenn ehemalige Facebook-Manager “enorme Schuldgefühle” aufgrund der Entwicklung der Plattform haben und befürworten, soziale Medien komplett zu eliminieren, ist es kein Wunder, dass ernsthafte Bedenken über die Langlebigkeit und Nachhaltigkeit solcher Netzwerke lauter werden. Die Nachteile von sozialen Medien könnten bald die Vorteile überwiegen.
Ein Teil der ethischen Verantwortung, Schutz vor Fake News und Negativität zu bieten, obliegt den Plattformen, auf denen sie veröffentlicht werden. Aber es liegt an den Verfassern, den Trend der zunehmend negativen und falschen Informationen umzukehren und stattdessen Inhalte zu veröffentlichen, die positiv stimmen und Menschen dazu veranlassen, sich an die sozialen Medien zu binden.

A future where stories create positive change

Wir sehen schon jetzt, dass sich die Art und Weise, wie wir Stories erzählen, weiter verändern wird. Neue Technologien werden daran ihren Anteil haben: Das MIT hat kürzlich untersucht, wie Storytelling mithilfe maschineller Unterstützung erfolgen kann, um Interaktion und Emotionalität zu steigern. Maschinen werden praktisch zu Co-Autoren. Unsere Gewohnheiten und Werte werden sich ebenfalls ändern, wie zum Beispiel im Hinblick darauf, wie und wann wir es als angemessen empfinden, soziale Medien zu nutzen.
Wir müssen uns gemeinsam mit den allgemeinen Neuerungen bei Medien und Publishing weiterentwickeln. Inhalte werden besser, Botschaften klarer und die Gesellschaft wird stärker und widerstandsfähiger, wenn wir lernen und verstehen, wie wir unseren Einfluss in diesen neuen Bereichen am besten nutzen können.

Now is the time to take meaningful action

Die sozialen Medien befinden sich an einer kritischen Schwelle. Viele befürchten, dass wir bereits gescheitert sind, weil wir zugelassen haben, dass soziale Medien unsere Realität verzerren und uns entzweien. Das kann sich ändern: Wir können gemeinsam daran arbeiten, unsere Inhalte, unsere Kommunikation und unsere Beziehungen ehrlicher und authentischer zu gestalten.
Der erste Schritt besteht darin, Verantwortung zu übernehmen und zu erkennen, dass wir eine entscheidende Rolle dabei spielen, unseren Einfluss für eine positive Entwicklung zu nutzen.
Jeder von uns kann Stories veröffentlichen, teilen oder konsumieren, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen und Zeit und Aufmerksamkeit wert sind – denn alles, was man als Verfasser, Journalist, Online-Marketer, Programmierer oder Leser tut, hat Einfluss auf die sozialen Medien und somit auch auf das zukünftige Wohl unserer Gesellschaft.

Abonniere unseren Newsletter

Keine News mehr verpassen: Bleibe auf dem Laufenden und hol dir dein regelmäßiges Update zur aktuellen Konferenz.