So will Facebook die Demokratie im Jahr 2020 unterstützen

In einem neuen Vorstoß zur Bekämpfung politischer Fake News führt Facebook ein Wählerinformationszentrum ein und ermöglicht es den Nutzern, politische Anzeigen auszublenden.

Angesichts jahrelanger Kontroversen und Prüfungen politischer Inhalte nähert sich Facebook den bevorstehenden Wahlen im Jahr 2020 mit einem neuen, vielschichtigen Ansatz, den es als “eine weitere Schutzvorrichtung” gegen Einmischung und einen Mechanismus zur Vermeidung von Fake News bezeichnet. Im Kern sollen User  sich über Wahlen informieren können und die Möglichkeit haben, politische Anzeigen “abzuschalten”, die sie nicht sehen wollen.

EIN NEUES INFORMATIONSZENTRUM FÜR WÄHLER

“Voting is voice. It’s the single most powerful expression of democracy, the best way to hold our leaders accountable and how we address many of the issues our country is grappling with….but accountability only works if we can see what those seeking our votes are saying, even if we viscerally dislike what they say,” Das sagte Zuckerberg kürzlich in einer Stellungnahme für USA Today. 

Um dies zu erreichen, stellt die Plattform einen Wählerinformationszentrum nach dem Vorbild des im Frühjahr dieses Jahres eingeführten Informationszentrums COVID-19 vor.Die US-Wähler bekommen wichtige Hinweise, wie sie sich zur Stimmabgabe registrieren lassen können, wie sie Briefwahlbeantragen können, und vor allem, wann und wo sie wählen können und wie man sich ausweisen muss. Das Infozentrum wird auch lokale Warnhinweise von Wahlbeamten liefern, in denen etwaige Anpassungen der Wahlmethoden angesichts der Pandemie dargelegt werden.

Mit diesem Vorstoß ist es das Ziel von Facebook, 4 Millionen Wähler in der USA über Facebook, Instagram und Messenger zu registrieren – das Doppelte dessen, was nach Schätzungen von Facebook in den Jahren 2016 und 2018 zur Registrierung beigetragen hat. Laut Naomi Gleit, Vice President of Product Management and Social Impact bei Facebook, erwartet die Plattform, dass zwischen Juli und November mehr als 160 Millionen Nutzer diese maßgeblichen Informationen sehen werden.

DEAKTIVIERUNG VON POLITISCHEN ANZEIGEN AUF FACEBOOK UND INSTAGRAM

Bereits im Januar führte Facebook mehr Optionen ein, um die Möglichkeiten einzuschränken, wie ein Nutzer von politischen Werbetreibenden angesprochen werden kann, indem man die benutzerdefinierte Zielgruppenansprache deaktiviert. Mit Blick auf die Zukunft macht Facebook einen noch größeren Schritt in diese Richtung, indem es Nutzern die Möglichkeit bietet, politische Anzeigen vollständig zu deaktivieren.

Konkret betrifft das “alle sozialen Fragen, Wahl- oder politische Anzeigen von Kandidaten, Super PACs oder anderen Organisationen, die den politischen Haftungsausschluss ‘Paid for by’ tragen”. Dieselben Optionen werden auch auf Instagram verfügbar sein. Es gibt zwei Möglichkeiten, politische Anzeigen zu deaktivieren – entweder über die Anzeigeneinstellungen jeder Plattform oder direkt für jede Anzeige zu politischen oder sozialen Themen, die auf dem Feed der Nutzer erscheint.

MEHR TRANSPARENZ BEI DEN WERBEAUSGABEN

Ein weiterer wichtiger Teil der neuesten Initiative von Facebook ist die Schaffung von mehr Transparenz bei den Werbeausgaben. So führt das Unternehmen eine Aktualisierung seiner Werbebibliothek ein, mit der sich die Höhe der Werbeausgaben für US-Haus- und Senatswahlen sowie für Präsidentschaftskandidaten nachvollziehen lässt. Darüber hinaus wird ein maßgeschneiderter Tracker die Ausgaben von Werbetreibenden vergleichen, die politische Anzeigen schalten, so dass die Wähler eine Aufschlüsselung der Finanzen hinter den verschiedenen Posts, die ihnen angezeigt werden, erhalten können.

Insgesamt ist dies ein bedeutsamer Schritt für die Plattform – ein Schritt, der sich im Laufe der nächsten Wochen und Monate weiterentwickeln wird und der interessant zu beobachten sein wird, wenn Nutzer die Sichtbarkeit politischer Inhalte in Zukunft selbst in die Hand nehmen.

Originaltext von Erica Perry

Editorial and Programming Manager, Crowdcentric