Warum Veganismus der bessere Umweltschutz ist

Wie schaffen wir es, nachhaltiger zu leben und die drohende Klimakatastrophe doch noch abzuwenden? Weniger Langstreckenflüge, umweltfreundlichere Industrie, mehr Verzicht generell – gute Ansätze, um den CO²-Ausstoß zu verringern. Nicht nur die Politik und die Unternehmen sind gefragt, mit strengeren Gesetzen bzw. nachhaltigen Innovationen ihren Beitrag zu leisten. Auch der Mensch an sich muss sich wandeln. Eine Studie besagt: Die beste Einzelmaßnahme gegen den Klimawandel ist der Veganismus. Die rein pflanzliche Ernährungsweise schont Tier- und Umwelt und reduziert den CO2-Ausstoß nachhaltig.

Wenn man seine Ernährung auf vegan umstellt, kann der CO2-Fußabdruck um bis zu 73 Prozent reduziert werden. Das sagt eine Studie der Universität Oxford, die im Fachmagazin „Science“ veröffentlicht wurde. Die mehrjährige Untersuchung ist einer der umfassendsten Analysen zur negativen Auswirkung der Landwirtschaft auf die Umwelt. Die Ergebnisse sind so überzeugend, dass Studienleiter Joseph Poore währenddessen selbst zum Veganer wurde.

Fleischersatz ist nur die halbe Miete…

Fleischersatzprodukte boomen. Burgerpatties aus Erbsenprotein oder Sojasteaks sind ein riesiger Trend in der Lebensmittelindustrie. Viele Marken und Unternehmen haben erkannt, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz gut beim Verbraucher ankommen. Die wiederum zeigen mit ihren Kaufentscheidungen auch, dass sie mit dem umweltschädlichen Status quo der Massentierhaltung nicht mehr einverstanden sind. Laut dem Marktforschungsinstitut Nielsen wurden 2017 bis 2018 fast eine Milliarde Euro mit vegetarischen oder veganen Lebensmitteln umgesetzt – ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Doch wer wirklich die Umwelt schonen will, stellt die Ernährung auf vegan um. Viele Fleischersatzprodukte haben eine miesere CO2-Bilanz als rein pflanzliche Produkte, aber Veganismus bringt eine Reihe weiterer Vorteile mit sich.

…denn Veganismus hilft Verbrauchern und der Umwelt

Die aktuelle Industrie zerstört unsere Wälder, unsere Böden und unsere Gewässer. Das sorgt nicht nur für einen weltweiten Temperaturanstieg, sondern auch für die langfristige Zerstörung unseres vielfältigen Ökosystems. Veganismus ist die beste Einzelmaßnahme gegen den Klimawandel. Denn die Massentierhaltung ist einer der größten Klimakiller, die Aufzucht von Nutztieren setzt viel CO2 frei. 

Außerdem wird extrem viel Anbaufläche für Futtermittel verbraucht. Der oftmals in zu hohen Mengen verwendete Dünger bringt chemische Stoffe in die Natur, fördert die Versauerung der Böden und Seen und verschmutzt unser Grundwasser. Würden alle Menschen auf Fleisch verzichten, könnten 75 Prozent der Anbauflächen eingespart und die Weltbevölkerung trotzdem theoretisch ausreichend ernährt werden. Die freigewordenen Flächen werden wieder attraktiver für Wildtiere und die Natur kann sich einzelne Gebiete wieder zurückerobern, um unser Klima langfristig auszugleichen!

Das Thema Nachhaltigkeit in die Kundenkommunikation einbinden

Auch in Deutschland wächst die Zahl der Fleischlosenfresser Jahr für Jahr um 15 Prozent. Mittlerweile gibt es neben 8 Millionen Vegetariern rund 1,3 Millionen Veganer. Man stelle sich vor, alle Deutschen streichen die Fleisch- und Milchprodukte von ihrem Speiseplan! Eine weniger utopische Vorstellung ist der Versuch, den Konsumenten vom klimaschädigenden Fleischgenuss abzubringen und Veganismus schmackhafter zu machen. Doch das Verlassen der Komfortzone benötigt Überzeugung, Mut zur Veränderung und ein Stück weit Erziehung. Ein Anfang wäre es, generell nachhaltiger zu leben, indem man seine Lebensweise hinterfragt und in immer mehr Bereichen auf umweltfreundlichere Lösungen setzt. Dabei stehen vor allem Unternehmen und Marken in der Pflicht, (noch) mehr Wert auf nachhaltige Produktion und Produkte zu legen und dies dem Kunden transparent zu zeigen. Wer das in den Mittelpunkt seiner Kommunikation stellt, erreicht eine stetig wachsende Zielgruppe und kämpft gleichzeitig gegen den Klimawandel an. Auf unserer ersten #SMWHH Fokus Session zum Thema Nachhaltigkeit haben wir mit großen Marken wie Ben & Jerrys, dem SPIEGEL oder LIDL diskutiert, wie das in der Praxis aussehen kann.